Gemeinde Ottersweier

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Katholische Pfarrkirche St. Cyriak

Katholische Kirche St. Cyriak
Katholische Kirche St. Cyriak

Acherner Straße 18
77833 Ottersweier-Unzhurst

Pfarrer
Jörg Christian Seburschenich

Pfarramt
Acherner Straße 20
77833 Ottersweier-Unzhurst
Tel: 07223/911296
Fax: 07223/911296
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Öffnungszeiten des Pfarrbüros
Montag:
16:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Mittwoch: 
09:00 Uhr bis 11:00 Uhr

Gottesdienstzeiten
Samstags: 18:30 Uhr
Sonntags:  09:30 Uhr

siehe Gottesdienstordnung

Die Geschichte der Pfarrei Unzhurst

(Aus: Chronik der Gemeinde Unzhurst von F. K. Maurath)

Die geschichtliche Entwicklung ist, vor allem durch den Umstand, dass zur Pfarrgemeinde schon immer mehrere Gemeinden bzw. Ortsteile gehörten, sehr mannigfaltig und bewegt. Den ältesten Teil bilden die Orte Unzhurst und Zell.

Aus der verschiedenartigen Entwicklung der einzelnen Kirchspielsgemeinden dürfte es erklärlich sein, dass es schwierig war, aus den vier Orten (Unzhurst, Oberwasser, Zell und Breithurst), welche schon dem Charakter und zum Teil sprachlich voneinander abwichen, eine harmonische Einheit zu bilden.
Noch bis in die dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts mussten die Schulkinder von Zell in der Unzhurster Kirche in zwei eigenen Bänken Platz nehmen. Es wäre auch nicht vorstellbar gewesen, wenn früher Frauen und Männer von Zell im Kirchenchor mitgesungen hätten.

Die Pfarrei Unzhurst als solche bestand bereits 1240. Sie ist wahrscheinlich eine Gründung des Collegiatstiftes zum Jungen St.Peter in Straßburg. Zu Unzhurst stand 1508 ein Gotteshaus, das in einem Amtsbericht vom 25.7.1645 als "hüpstes Kirchlein neben einem hohen Thurm" erwähnt wird.

Urkundliche Nachrichten

Die urkundlichen Nachrichten über die Pfarrei Unzhurst bis zum Beginn der Pfarrbücher 1666 sind sehr lückenhaft, da das einschlägige Akten- und Urkundenmaterial des Stiftes zum Jungen Peter in Straßburg noch nicht veröffentlicht wurde.

Von Karl Reinfried, Pfarrer von Moos und Heimatforscher, können wir auszugsweise folgendes übernehmen:

  • 1240 R. (Rudolf) Leutpriester von Unzenhurst, Capelanus des Bischofs Berthold von Straßburg.
  •  1500 Meister Nikolaus Fritsch, Pfarrer zu Unzhurst. Derselbe geboren zu Offenburg, zog von Unzhurst nach Fautenbach, war daselbst Erzpriester (Dekan) des Kapitels Ottersweier und starb 1529 als Benefiziat zu Offenburg und als Erzpriester des Kapitels Offenburg.
  • Im 16. und 17. Jahrhundert wurden die beiden Pfarreien Unzhurst und Großweier von einem Priester versehen, der zu Unzhurst wohnte. Dieser Zustand scheint sich wenig günstig für die seelsorgerliche Betreuung der beiden Orte ausgewirkt zu haben, wie aus einer Eingabe der Gemeinde Großweier vom 28.6.1628 an den Markgrafen Wilhelm hervorgeht. Die Gemeinde Großweier bittet darin "um Anstellung eines eigenen, tauglichen und qualifizierten Priesters, damit niemand an seinem Seelenheil verabsaumbt werde und unsere Kinder zur Pflanzung in richtiger Lehr und Unterweisung in den christlichen Tugenden und katholischer Religion versehen werden."
  • 1625 Michael Rümelin, geboren zu Achern, später Pfarrer von Steinbach und Erzpriester des Kapitels Ottersweier.
  • Um 1645 versorgten Jesuiten-Patres aus Ottersweier die Pfarrei Unzhurst.
  • 1650 Der Probst von Jung St.Peter überlässt dem Kloster Allerheiligen die Versehung der Pfarrei Unzhurst. Demzufolge wirkte dann zu Unzhurst Pater Simon Spinner, Pfarrer zu Niederachern. Auch der Pfarrer von Bühl, Paul Gräff, ist einige Male nach Unzhurst geritten, um daselbst Gottesdienst zu halten.
  • 1676 Martin Koch begann als Pfarrer von Unzhurst das älteste Kirchenbuch für Unzhurst und Großweier zu führen. Ab diesem Zeitpunkt finden wir nun die Pfarrer und Pfarrverweser lückenlos bis zum heutigen Tag. 

Der Pfarrkalender von Pfarrer Weber

Interessant ist was Pfarrer Weber (1931-1962) in seinem Pfarrkalender über und aus der Pfarrei Unzhurst schreibt:

"Bis zum Jahr 1821 in lateinischer Sprache in den Büchern eingetragen. Ab 1810 ist auch eine Zweitfertigung in deutscher Sprache gefertigt worden. Erst 1870 hörten die Kirchenbücher auf, zugleich auch bürgerliche Standesbücher zu sein, da laut Gesetz vom 21. Dezember 1869 die bürgerliche Standesbeamtung der Geistlichen am 1.Februar 1870 beendet war. Von 1870 an erfolgten dann die Standeseinträge vom Bürgermeisteramt, die Kirchenbücher wurden aber als rein kirchliche Standesbücher von 1870 an weitergeführt."

Dies gilt nicht nur für Unzhurst, sondern für das ganze Land. Die Umstellung hängt mit der Begründung des Kaiserreiches nach dem Kriege von 1870/71 zusammen.

Die Kirchenbücher

Für die Ahnenforschung sind die Kirchenbücher deshalb von besonderem Wert.
Der erste Taufeintrag im ältesten Kirchenbuch von Unzhurst - die Taufe war meist am Geburtstag, spätestens jedoch am nächsten Tag - enthält die Taufe eines Johannes Weber, Sohn des Laurentius Weber und seiner Ehefrau Catharina, vom 29.7.1677 von Großweier, welches damals vom Pfarrer von Unzhurst verwaltet wurde.

Den Büchern können Namen, die längst oder erst in jüngerer Zeit ausgestorben sind, entnommen werden wie z.B. Oel, Bechtel, Oser, Allgeyer, Seifert, Meyer, Klüfel, Straub, Doll u.a.m.

Bis etwa um 1817 mussten bei jedem Tauf-, Ehe- und Sterbeeintrag die Paten, Brautleute und Zeugen namentlich im Standesbuch unterschreiben und es ist nicht selten, dass man neben der Unterschrift des Geistlichen statt der anderen Namen ein bis drei Kreuzchen als Unterschrift findet.

Die alte Pfarrkirche wurde 1645 und das heutige Gotteshaus zu Unzhurst 1846 erbaut und 1893 restauriert. Das Pfarrhaus ist im Jahre 1856 errichtet worden.

Das Hochaltarbild (Christus am Kreuz) ist von der badischen Malerin Ellenrieder. Kirchenpatron ist der hl. Cyriak, der römischer Diakon und Märtyrer war. Als Papst Leo IX. 1049 seine Heimat (Eguisheim im Elsaß) besuchte, brachte er von Rom viele Reliquien mit, die an einzelne Kirchen verschenkt wurden. Unter diesen befand sich ein Arm des hl. Cyriak, der an das Kloster Altdorf bei Volsheim kam. Es ist anzunehmen, dass von hier aus kleinere Partikel dieser Reliquie an die Kirchen in Unzhurst und Stollhofen kamen (Stollhofen hatte früher auch eine Cyriakkirche).