Gemeinde Ottersweier

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Aktuelles aus dem Rathaus

Dorfheizung Unzhurst

(v.l.n.r. Bürgermeister Jürgen Pfetzer, Natascha Böhle, Alexander Kern, Christian Chromy, Jessica Hodapp)

Die ersten sichtbaren Baumaßnahmen für die Dorfheizung Unzhurst sind im Gange. Ein Förderbrunnen und vier Schluckbrunnen mit einer Tiefe zwischen 24 und knapp 30 Metern sind hergestellt und auch schon mit Pumpversuchen hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit geprüft. Als nächster Schritt werden weitere Förderbrunnen gebaut.


Die im Bau befindliche Dorfheizung Unzhurst ist ein innovatives Modellprojekt. Entsprechend komplex ist das Vorhaben. Während die Brunnen fertiggestellt werden, sind Ausführungsplanungen und Ausschreibungen für die  Tiefbauarbeiten, die Wärmezentrale, den Pufferspeicher, den Batteriespeicher und die Elektro- und Steuertechnik in Arbeit. Außerdem erhält die Dorfheizung eine eigene Trafostation.  


Nachdem sich in den vergangenen Wochen noch einige Anwohner entschieden haben, die Vorteile eines Nahwärmenetzes für sich zu nutzen, wurde außerdem die Leitungsplanung optimiert und final erstellt. Für 80 private Häuser liegen die Anträge  auf Anschluss vor. Außerdem werden vier öffentliche Gebäude angeschlossen: Die Schule, die Sport- und Festhalle, der Kindergarten und das Rathaus.


„Wir werden Unzhurst einmal der Länge nach umgraben“, sagt Christian Chromy, der als Ortsbaumeister zusammen mit Bauingenieurin Natascha Böhle die Bauleitung des technisch aufwendigen Projektes innehat. „Von der Prälat-Sauer-Straße bis nach Zell werden im weiteren Verlauf Wärmeleitungen verlegt. Und wenn die Straße schon mal offenliegt, dann werden wir dort, wo erforderlich, auch Wasserleitungen erneuern, Kanäle sanieren und das Breitbandnetz verlängern.“ Einher gehen damit wechselnde Straßensperrungen. Wo und wann die Nutzung welcher Straßenabschnitte beeinträchtigt sein wird, steht noch nicht fest. Im November dieses Jahres sollen die Arbeiten beginnen. Davor ist eine Bürger-Informationsveranstaltung in der Sporthalle geplant. Dort gibt es dann die Details zum Bauablaufplan, zur Straßensperrung und das Angebot für Einzelabsprachen im Hinblick auf individuelle Sanierungsbedarfe.


„Das Projekt entwickelt sich ständig weiter“, erklärt Bürgermeister Jürgen Pfetzer (CDU). Aktueller Stand sei, dass die Energieversorgung des Nahwärmenetzes zu drei Viertel mit eigenem Strom erfolgt. Zum einen kann die Energie von der bereits existierenden PV-Anlage an der Autobahn genutzt werden. Eine zweite Anlage ist in unmittelbarer Nähe der Heizzentrale geplant. Sobald das Ottersweierer Windrad im Hochwald fertiggestellt ist, wird auch dieser Strom genutzt. Und wenn Sonne und Wind mal knapp werden, dann springt ein zentraler Batteriespeicher ein.


Die Wärmegewinnung erfolgt über das Grundwasser. Förderbrunnen holen das Wasser aus der Erde und leiten es in die Heizzentrale. Dort wird die Wärme entnommen und durch die Wärmeleitungen an die angeschlossenen Gebäude weiterverteilt. Das erkaltete Wasser fließt über die Schluckbrunnen wieder ohne Mengenverlust zurück.

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